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Liechtenstein bringt Deutschland vor UN-Gericht
Vaduz/Den Haag, 11. Juni 2004. Das Warten hat nun für die Bundesrepublik Deutschland wie für das Fürstentum Liechtenstein ein Ende: Am Montag, den 14. Juni, beginnt vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag für eine Woche die mündliche Verhandlung über die Klage Liechtensteins gegen Deutschland. Liechtenstein verlangt völkerrechtliche Klarheit in seinem Verhältnis zu Deutschland und beansprucht wie jedes andere Land auch, dass seine staatliche Souveränität nicht verletzt und seine Neutralität respektiert wird.

Die Bundesrepublik Deutschland hat bisher versucht, jeden Kommentar zu diesem Thema zu vermeiden. Doch mit Beginn der mündlichen Verhandlung muss die Bundesregierung jetzt Antworten finden auf die brisante Frage: Inwieweit darf liechtensteinisches Auslandsvermögen auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei von Deutschland als eigenes Auslandsvermögen betrachtet und zur Begleichung seiner Reparationsschulden aus dem Zweiten Weltkrieg herangezogen werden? Ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, heißt es in Liechtenstein. Schließlich gehe es um Unrecht, das dem kleinen Liechtenstein von Deutschland zugefügt werde - selbst wenn es sich heute um tschechisches Territorium handelt.

Vertreten wird das Fürstentum Liechtenstein durch den Sonderbeauftragten und Verfahrensbevollmächtigten, den Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Alexander Goepfert aus der internationalen Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer. Er ist zuversichtlich, Recht zu bekommen: "Es geht nicht in erster Linie um finanzielle Wiedergutmachung. Es geht um die Souveränität eines Landes. Warum Deutschland die staatliche Eigenständigkeit Liechtensteins in so eklatanter Weise verletzt, ist logisch nicht nachzuvollziehen. Schließlich ist Liechtenstein seit 1806 souverän und war sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg neutral."

Hinweis für die Redaktion:

Für Rückfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sonderbeauftragter und
Verfahrensbevollmächtigter
des Fürstentums Liechtenstein
Dr. Alexander Goepfert
- Pressestelle -
Tel.: 0049 - 211 - 49 79 - 990, - 991, - 992
Fax: 0049 - 211 - 49 79 - 999
E-Mail: presse@liechtenstein-icj.case.com